„Kinderspiele“- Skulpturen von Anna Bogouchevskaia – unter diesem Titel lud am Samstagabend die Manufaktur zur 1. Ausstellung in die neuen großen Werkhallen am Spreebord 9. – Noack öffnete ihre Produktionsstätten am 19.10.2013 einem kunstinteressierten Publikum

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Künstlerin Anna Bogouchevskaia Skulptur Verwandlung Material Aluminium Patiniert

Wo sonst rot glühendes, flüssiges Metall in Formen gegossen wird, große Skulpturen an Lastkränen durch die Hallen gleiten, geschweißt, gehämmert, ziseliert und patiniert wird, waren Arbeitsutensilien aufgeräumt und Platz geschaffen worden.

Stattdessen gab es Seifenblasen aus Bronze zu bestaunen, die aussahen, als ob sie sich in der nächsten Sekunde vom Blasring lösen und in die Luft erheben würden. Das hochglänzend polierte Material scheint elastisch zu sein, der Atem der Seifenbläser streift fast spürbar den Betrachter, dessen Gedanken unweigerlich in die eigene Kindheit abschweifen. Träumerisch schwerelos, Luftballons gleich, scheinen in der Endfertigungshalle die Skulpturen „Verwandlung 1“, „Verwandlung 2“ und „Verwandlung 3“ auf ihren hohen Sockeln zu schweben.

Ein Effekt, den die Künstlerin zum einen gekonnt durch die Formgebung erzeugt, zum anderen durch die in vielen Schichten aufgetragenen bunt schillernden Lacke hervorruft. Es handelt sich bei den Skulpturen um Aluminiumgüsse, ein Material, das sich ungleich schwerer formen lässt als der herkömmliche Ballon. Aber nicht nur „Kinderspiele“ gibt es zu bestaunen, manchmal findet sich der Betrachter auch durch hintergründig Groteskes gefesselt. In der Patinierwerkstatt ist eine Skulptur mit dem Titel „Sprung“ – ein Eber mit Hörnern und Stirngelöck eines Stieres springt Seil – aufgestellt. Das Sprungseil – glänzend polierte Bronze – fliegt zischend durch die Luft, während der massige Körper des Zwittertieres gerade schwer auf den Hinterläufen gelandet ist.

Anna Bogouchevskaias künstlerischer Formelkanon und die handwerkliche Meisterschaft, für die die Bildgiesserei Noack seit drei Generationen steht, lassen das Metall in seiner Qualität als verwendetes Material in den Hintergrund treten und real scheinbar nicht Existierendes entstehen.
Erinnerungen an Fröhlichkeit und Unbeschwertheit sind Skulptur geworden – die zahlreich erschienen Gäste genossen sichtlich die ausgestellten Werke und den Rundgang durch die heiligen Hallen. Bei einem Glas Wein und delikaten Snacks, auch vegetarisch ließ sich bis spät in den Abend in dem außergewöhnlichen Ambiente trefflich über Kunst und Handwerk philosophieren.


Was den Skulpturenguß anbelangt – seien es nun Großprojekte oder kleinere Plastiken – steht Noack für große deutsche Handwerkskunst und genießt weltweites Renommee.

Bis demnächst Euer StyleConcierge Mané Wunderlich