Transformation Quartier 207 – einfach genial – was in den letzten Jahrzehnten geplant wurde, kommt jetzt in die Umsetzung. Wir – die Bevölkerung und Steuerzahler, wünschen uns in vielen Gesprächen zu erfahren, dass Schluss ist mit den ewigen Giften im Bau. Warum geht das eigentlich „nur“ Internations in unserer Stadt was an? Was aus den Erfahrungen vieler Meetings geschlussfolgert werden darf. Internationale Investoren sind für die hohen „Vorgaben zu UNGIFTIGEN Baumaterialien“ offen. Wollen danach auch zertifiziert werden.

Internationale Investoren sehen in der internationalen Reputation eine viel größere Gewichtung und setzen diese gezielt im Marketing ein. Deutschland hängt. Deutsche Projektplaner sind in den vergangenen Strukturen und Systemen, um ihren „Arbeitsablauf“ und den Profit nicht zu gefährden, gefangen.

Der Deutsche, das darf ich sagen, weil auch ich Deutscher bin, gut: mit Wurzeln aus Wien – ist beschäftigt mit der Vergangenheitsbewältigung, gehemmt durch die eigene Zukunftsangst und ist in der Gegenwart gefangen. Das kann einfach nicht sein, dass die Boomer und „ab Mitvierzigern“ immer noch alles so extrem kopflastig blockieren.

Auf die Industrie kann ich nicht alles schieben. Klar – Lobbyismus und Profitgier – entkoppelt jeder menschlicher Empfindung für die eigenen chemischen Produkte für das Bauwesen. Wie soll da ein Planer auch anders denken. Es gibt einen kleinen Prozentsatz, welche auch an die Zukunft denkt – an eine gesunde. Gut, der Zug ist fast abgefahren. Zuviel Chemie durch die Bauindustrie in unserem Boden und den Gewässern. Wer heute noch Leitungswasser ungefiltert trinkt, spielt mit Krankheiten, die ihn im Alter ereilen. Aber: Wir wissen, wie schnell sich die Natur erholen kann, wenn man ihr die Chance dazu gibt.

Genug. Mit der Einladung durch Simon Lehmann und gutem Freund (Prokurist/Betriebsleiter Recyclinganlage/Betriebsbeauftragter für Abfall §60 KrWG, Mitglied im DGNB Expertenpool (Experte für Kreislaufwirtschaft bzw. Bau- und Schadstoffe) und Mitglied in der DGNB Arbeitsgruppe Kriterienerstellung Quartiere Bestand), sowie von Dragoljub Stankovic, Geschäftsführer SERVISA Gruppe, durfte ich die „versteckte“ Großbaustelle mit Interessierten aus der Baubranche besichtigen. zB Referenten für zirkuläres Wirtschaften im Gebäudebereich, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt nahmen teil, Ingenieure, Planer und mit eingeladen von Anastasija Walcher-Radke, 2. Vorsitzende des Verbandes Bauen im Bestand.


2025 ist Komsol®SEAL des Schwedischen Herstellers komsol® empfehlend in den „DGNB e.V. Navigator“ erfolgreich aufgenommen worden. In DACHNL informieren sich Architekten, Ingenieure und Bauherren über nachhaltige sowie ungiftige Bauprodukte. Ein Meilenstein zur chemiefreien Versiegelung von Beton/Stein/Ziegel.

https://www.dgnb-navigator.de/produktdatenbank/produkt/7ab11b30-5c88-4655-9c2e-ceb7e0f21fce


Komsol®SEAL – die toxikologisch transparente Alternative

Das Deklarationsproblem der Bauchemie

Die Baubranche steht vor einem systematischen Transparenzdefizit: Technische Datenblätter sind keine Volldeklarationen. Hersteller müssen nur Gefahrstoffe ab 1% Massenanteil (0,1% bei krebserzeugenden Stoffen) ausweisen. Hunderte bedenkliche Additive, Katalysatoren und Reaktionsprodukte bleiben unsichtbar – rechtlich zulässig, toxikologisch problematisch.

Das Fraunhofer-Institut bestätigt: Bei reaktionsharzbasierten Systemen (Epoxid, Polyurethan, PMMA) können nicht alle enthaltenen Stoffe analytisch nachgewiesen werden. PFAS, Bisphenol-Derivate, aromatische Amine – was in den Datenblättern fehlt, ist nicht zwingend absent, sondern oft nur nicht deklarationspflichtig.

Arbeitsschutz-Gewissheit:

  • keine eindeutige Gefährdungsbeurteilung möglich – „versteckte“ Sensibilisatoren
  • Epichlorhydrin-Exposition, Isocyanat-Dämpfe
  • BG BAU fordert: „Substitutionsprüfung bei Gefahrstoffen“

Planerhaftung und Vorsorgeprinzip

OLG Nürnberg (Az. 13 U 577/12, bestätigt BGH 2018): Planer haften für gesundheitsschädliche Baustoffwahl, auch bei fehlender Ausweisungspflicht.


Nach einer charmanten Vorstellungsrunde ging es in die Fakten.

Transformation Quartier 207

Das ehemalige Galeries Lafayette wird aktuell zum neuen Quartier 207 umgebaut. Tishman Speyer entwickelt auf 60.000 Quadratmetern ein nachhaltiges Projekt mit angestrebter LEED-Platin-Zertifizierung. Jean Nouvels Architektur bekommt dabei ein zukunftsweisendes Update für moderne Büros und Einzelhandel.

Fakten zum Abbruch – Lafayette

Die Präsentation der SERVISA Gruppe zeigt klare Kante beim Bauen im Bestand. Für Abbruch und Entkernung arbeiten bis zu 55 Personen mit schwerem Gerät wie Abbruchrobotern auf der Baustelle.  Es wurden bisher ca. 12.000 Tonnen Material bei der Besichtigung erwähnt und die starke Recyclingquote von 85 bis 95 Prozent unterstreicht die massiven Nachhaltigkeitsziele.

Projektdaten Quartier 207

  • Ehemals Galeries Lafayette
  • 11 Geschosse: 4 Untergeschosse, 8 Obergeschosse
  • Gesamtfläche: ca. 60.000 Quadratmeter
  • Zertifizierung: LEED Platin ist das Ziel

Geplante Nutzung

  • Ab dem 1. Obergeschoss: Büros, unter anderem für das Musiklabel BMG
  • Erdgeschoss und Teile des Untergeschosses: Einzelhandel und Gastronomie
  • Teilbereiche: Erhalt von Bestandswohnungen

Historie

  • Grundsteinlegung: 09.10.1992
  • Fertigstellung und Eröffnung: 29.02.1996
  • Betreiber: Galeries Lafayette von 1996 bis 2024

Projektbeteiligte

  • Bauherr: Tishman Speyer Properties
  • Architektur Konzept: Jean Nouvel
  • Architektur Leistungsphase 5: Aukett & Heese
  • Tragwerksplanung: Werner Sobek

Personal auf der Baustelle

  • Rohbau: 25 bis 35 Personen
  • Abbruch: 25 Personen
  • Entkernung: 25 bis 55 Personen

Maschineneinsatz

  • 6 bis 8 Wand- und Seilsägen für Stahlbeton
  • 1 bis 2 Abbruchroboter
  • Diverse Minibagger, Elektrobagger, Bobcats, Teleskopstapler, Hebebühnen und Spinnenkrane

Logistik und Transport

  • Kräne positioniert an der Französischen Straße und Jägerstraße
  • Abwurfschächte sowie ein Mini-Bauaufzug im Gebäudeinneren
  • Bauaufzüge an der Außenseite
  • Zugang über die Tiefgaragenrampe im 3. und 4. Untergeschoss

Bautechnische Maßnahmen

  • Umbau des „Cones“ und Neubau eines Aufzugskerns
  • Abbruch und Rohbau im 7. Obergeschoss
  • Einsatz von Stahlträgergerüsten und Cobiax-Decken
  • Brandschutzanforderung REI 30 bei den Hohlkörperdecken mit einer Betondeckung von mindestens 7 cm

In der Erläuterung der verantwortlichen Ingenieure wurde das Ausmaß der Großbaustelle zunächst bewusst, obwohl es im Verborgenen lag. Was der Berliner nicht kennt – da redet er, quatscht er, reimt er und vor allem je größer, desto mehr die Fantasie. Berliner und ihre Mitstreiter, die Zugezogenen (nehmen natürlich die Berliner krass, schon anstrengend, wahr), wären verblüfft und auch demütiger, wenn sie die Baustelle mit eigenen Augen sehen dürften.

Das fehlt in Berlin – die Aufklärung. Wenn nicht aufgeklärt wird, weiß der Berliner oder Neuberliner alles besser. Warum wird nicht live von der Baustelle berichtet? Ein YouTube-Kanal, wo jeden Tag ein paar Minuten von der Baustelle berichtet wird. Dann ist auch der Berliner ruhig. Eigentlich ist es schon offen für Neues – vor allem, wenn es ihm mundgerecht zubereitet wird. Deshalb haben es die „sogenannten Kräfte“ in diesem Land zu einfach mit dem Berliner… Aber das ist Bauherrensache. Es wird noch viel zu starr gedacht. Wir machen erst mal alles perfekt und dann können sie staunen. Falscher Ansatz… Aber das ist ja nur der Concierge Gerry Gedanke. Mit jahrzehntelanger Erfahrung seiner Stadt und ihrer Bewohner.

Verbände machen aufmerksam und vor allem Unternehmen wie die SERVISA sind Vorreiter in der Branche. Besonders mein Freund Simon, mit seinen Teilnahmen und dessen Engagement in Verbänden, bringt die Arbeit auf den Punkt. Krass gute Leistung.

Fakten mit der KI recherchiert 

AspektFrüher: klassischer Rückbau / NeubauHeute: Quartier 207 / zirkulär
ZielbildSchnell freiräumen, neu bauen Bestand nutzen, LEED Platin 
Recyclingca. 70–75% mineralische Massen, oft Downcycling, Kreislaufwirtschaft Bauca. 85–95% Recyclingquote angestrebt, höherer Anspruch
PlanungRückbau erst spät betrachtetRückbau / Rohbau integraler Bestandteil des Konzepts
MaterialstrategieEntsorgung + Ersatz durch NeuwareRohstoffquelle Baustelle, Betonrecycling, Bauteilerhalt
Dokumentation / MonitoringGesetzliche Mindeststandards deutlich strengere Nachweise und Reporting (LEED, Kreislaufwirtschaft)

Rolle der „Baupolizei“ / Senatsverwaltung heute

  • Zuständigkeit: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) – die oberste Behörde für Umwelt-, Abfall- und Klimaschutz in Berlin. Rahmenregeln der Kreislaufwirtschaft im Bauen.
  • In der Abfallpolitik und Kreislaufwirtschaft setzt Berlin auf höhere Verwertungsquoten, strengere Getrennthaltung von Bauabfällen und eine Stärkung zirkulärer Ansätze über das Abfallwirtschaftskonzept bis 2030.
  • Die klassischen Bauaufsichtsbehörden („Baupolizei“) achten inzwischen nicht nur auf Standsicherheit und Brandschutz, sondern zunehmend auf Bodenschutz, schadstoffarme Entsorgung und Nachweise zur Abfallverwertung.

PS: Dieser Blog stellt keine Ingenieurleistung dar – es war ein Besuch auf der Baustelle – Angaben sind ca. Unternehmensangaben.

Einladung des Concierges schon 2014 ins Lafayette – es war grandios.